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<rss version="2.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"><channel><title>no-fly-zone.de</title><link>https://no-fly-zone.de/</link><description>Travel the World with Judi and Mu!</description><category>Travel</category><item><title>Ein paar Worte zu diesem Blog und ein GROSSES Dankesch&#xF6;n an sein tolles Publikum</title><link>https://no-fly-zone.de/post/184-ein-paar-worte-zu-diesem-blog-und-ein-grosses-dank</link><description>Wie Mu schon meinte: Wir freuen uns sehr &#xFC;ber alle, die Lust und Freude dran hatten uns &#xFC;ber den Blog auf der Reise zu begleiten! Vielen Dank f&#xFC;r euer Dabeibleiben, euer positives Feedback, eure Nachfragen. Schlicht euer Mitlesen. Das hat uns immer sehr gefreut und das Gef&#xFC;hl vermittelt auch sonstwo auf der Welt mit lieben Freund*innen und Familie connected zu bleiben! F&#xFC;r uns ist der Blog zu einer Art Reisetagebuch geworden, das uns erinnern hilft und mit dem wir gleichzeitig alle Interessierten und Lieben auf dem Laufenden halten k&#xF6;nnen. &#13;
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Aber was auch klar sein muss: Nat&#xFC;rlich zeigt dieser Blog immer nur Ausschnitte. Wie die Augen eines Cham&#xE4;leons immer nur kreisf&#xF6;rmige Ausschnitte der umgebenden Landschaft links und rechts abbilden. Die Beitr&#xE4;ge sind stets spezifische Spotlights auf konkrete Situationen, Leute oder Orte und auch Stimmungen. Auf aktuelles Wissen und Nichtwissen und alle Schattierungen dazwischen. Die Reise als ganzes l&#xE4;sst sich so nie abbilden.&#13;
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Manche Themen und Motive haben wir auch absichtlich nie beleuchtet, v.a. aus Gr&#xFC;nden der Diskretion oder des Datenschutzes. Wir haben uns sehr zur&#xFC;ckgehalten Portr&#xE4;ts von Leuten unterwegs zu machen, insbesondere von Locals und am allermeisten von Kindern und Indigenen. Das ist nat&#xFC;rlich irgendwie auch total schade, weil gerade die Leute einen Eindruck von Stimmungen, Gesellschaft und Kultur unterwegs vermitteln aber wir wollten m&#xF6;glichst wenig, am besten gar keine Nahaufnahmen von Menschen hier hochladen, wenn wir nicht ihre Zustimmung eingeholt hatten und die lie&#xDF; sich bei der Sprachbarriere oft nicht einholen. Wir haben auch bewusst darauf verzichtet, an bestimmten Orten von Schicksalsschl&#xE4;gen spezifischer Einzelpersonen zu berichten, um weder einer vagen Sensationsgier (unserer eigenen und die potentielle*r Leser*innen) zu verfallen, noch die Personen, ihre Arbeitspl&#xE4;tze oder Unternehmen durch irgendwelche bl&#xF6;den Zuf&#xE4;lle in Schwierigkeiten zu bringen. Und wir haben auch keinen Eintrag zu unserem nervigen und langwierigen Prozess f&#xFC;r das chinesische Visum in der Botschaft in Ulan Bator gemacht, um uns nicht selbst an der Grenze in eventuelle Schwierigkeiten bei der Einreise nach China zu bringen. &#13;
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Und dann sind da noch die Aspekte, die sich schlecht in Worte fassen lassen und damit einfach hinten runterfallen. Ger&#xFC;che zum Beispiel oder Ger&#xE4;uschkulissen. Und all jene Themen, zu denen wir eigentlich was schreiben wollten und aus verschiedensten Gr&#xFC;nden nicht dazu gekommen sind. Ich hab mich zum Beispiel in Vietnam ziemlich intensiv mit dem Vietnamkrieg auseinandergesetzt, sogar einen Eintrag dazu angefangen aber dann nie fertiggestellt.&#13;
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Und was wir auch noch nie thematisiert haben, ist eine Frage, die uns in letzter Zeit sehr oft gestellt wird: Wo war es denn am sch&#xF6;nsten? Ehrlich gesagt, ganz schwierige Frage! Aber wenn ich es wirklich ganz hart auf eine Sache runterbrechen m&#xFC;sste, dann w&#xE4;re es f&#xFC;r mich dieser Moment: Als wir sp&#xE4;t nachts im Hunter Valley/Australien mit unserem Van von einem sch&#xF6;nen Abend mit Steinofenpizza und brasilianischer Livemusik&#13;
zu der Olivenfarm zur&#xFC;ckfahren, auf der wir gerade bleiben durften. Auf dem Bett hinten im Van sitzen die beiden Musiker*innen, die sich gerade w&#xE4;hrend des Reisens kennengelernt haben und gerade arg dabei sind sich ineinander zu verlieben und musizieren weiter. So gings beim sch&#xF6;nsten Autoradio, das ich je hatte, gemeinsam durchs Dunkel heimw&#xE4;rts. &#13;
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Danke an euch alle nochmal f&#xFC;rs Mitlesen! Wir freuen uns jetzt sehr, euch alle nach und nach wieder virtuell oder live wiederzusehen, mit 2 Meter Abstand versteht sich. Endlich mal die Klappe zu halten und stattdessen von euch zu h&#xF6;ren, wie es euch geht und wie das letzte Jahr zu euch war. Bis bald also :)</description><guid>https://no-fly-zone.de/post/184</guid><pubDate>Mon, 30 Mar 2020 11:03:47 GMT</pubDate><dc:creator>Judith</dc:creator><enclosure url="https://no-fly-zone.de/asset/post/s/sm/id/184/f/227e1ddf7e253144.jpg" type="image/jpeg" length="101236"/></item><item><title>Das wird man ja wohl noch mal sagen d&#xFC;rfen!</title><link>https://no-fly-zone.de/post/183-das-wird-man-ja-wohl-noch-mal-sagen-durfen</link><description>Ich &#xFC;berleg schon seit Tagen hin und her, ob das hier hingeh&#xF6;rt und ich habe jetzt entschieden: Ja, das geh&#xF6;rt hierher. Und zwar sowas von! Ich meine mein Dankbarsein daf&#xFC;r, dass wir zwei diese Reise gemeinsam gemacht haben, Mu mit Ju. Denn das Ding ist: Die gr&#xF6;&#xDF;te Konstante auf der Reise war JuMu. Also warum damit hinterm Berg halten? &#13;
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Ich will die Cheesiness jetzt auch nicht &#xFC;berstrapazieren und auch keinen falschen Eindruck vermitteln: Wir sind uns schon auch tierisch auf die N&#xFC;sse gegangen immer mal aber wir sind auch gemeinsam zur&#xFC;ckgekommen und sitzen jetzt gemeinsam die Kontaktsperre in Corona-Zeiten aus. So ganz wild kann es also mit dem Genervtsein nicht sein. &#13;
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Wir sind halt 13 Monate &#xFC;berall gemeinsam herumgegurkt. Haben das visuelle Dauergeballer gemeinsam mitgemacht: Schau mal, das Gegenlicht im Regenwald! Das erste Wallaroo auf ner Lichtung kurz nach Sonnenuntergang! Die gegrillten Skorpione, Tintenfische und Insekten auf den M&#xE4;rkten in China! Der kleine Autocrash in der Mongolei und der Hyperservice auf unserem Langstreckenflug von Australien nach Singapur mit Eis und Wein und hei&#xDF;er Schokolade. Wir haben gemeinsam den Rauch der Buschfeuer gerochen und die gelbe Luft in News South Wales gesehen. Wir sind gemeinsam wadentief &#xFC;ber eine Kreuzung in Ho Chi Minh City/Vietnam gewatet, wo es gerade einen Wasserrohrbruch gab. Ein paar Meter weiter sind wir in einer kleinen Seitengasse pl&#xF6;tzlich in die illegale Hahnenkampfcommunity geraten und wurden wildfuchtelnd verscheucht. Mu war dabei, als uns am FKK-Strand in Australien unser als Sonnenschutz umfunktionierter Regenschirm Richtung Textilstrand davonflog und ich splitternackt hinterrannte wie bl&#xF6;d. Mu fand die L&#xF6;sung, als ich gerade E-Reader und Handy im Bus liegen gelassen hatte. Mu war da, als ich in der tropischen Sommerhitze in Peking in einer Menschenmenge abklappte. Wir waren abwechselnd oder gemeinsam ersch&#xF6;pft, genervt, abgrundtief m&#xFC;de, rauschhaft gutgelaunt, besorgt, gelangweilt, krank, aufgeregt, hangry. Er ist mit mir nicht nach Wolgograd. Ich bin mit ihm nicht nach Baikonur. Er ist ohne mich feiern gegangen. Ich war ohne ihn auf den Spuren des Vietnamkriegs. Ich bin auf Mu's Wunsch mit ihm an einen wei&#xDF;en Strand unter Palmen mit H&#xE4;ngematte. Er hat mit mir unser Gep&#xE4;ck auf R&#xE4;der geschnallt, um damit &#xFC;ber absurd viele Berge heimw&#xE4;rts zu radeln. Wir haben uns mal unsicher mal gl&#xFC;cklich angeguckt, wo wir nun schon wieder gelandet sind oder gemeinsam nach L&#xF6;sungen gesucht, wenn es nicht weiterging ... &#13;
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Was ich mit all dem sagen will, ist eigentlich gar nicht viel. Nur: Danke, lieber Mu, es war so eine sch&#xF6;ne Zeit mit dir! Und ich bin gespannt, wie es mit JuMu weitergeht. :*</description><guid>https://no-fly-zone.de/post/183</guid><pubDate>Mon, 30 Mar 2020 10:03:07 GMT</pubDate><dc:creator>Judith</dc:creator><enclosure url="https://no-fly-zone.de/asset/post/s/sm/id/183/f/7fcddf990427d1eb.jpg" type="image/jpeg" length="65693"/></item><item><title>Bis zum n&#xE4;chsten Mal!</title><link>https://no-fly-zone.de/post/182-bis-zum-nachsten-mal</link><description>Dreizehn Monate Reise haben ein j&#xE4;hes Ende gefunden. W&#xE4;hrend wir uns in unserer tempor&#xE4;ren Bleibe einrichten, versuchen wir unseren Planungsmodus langsam auf "langfristig" umzustellen. W&#xE4;hrend wir die letzten Monate eher wochenweise angegangen sind, stehen jetzt auf einmal die langfristigeren Fragen an. Wie soll unser n&#xE4;chstes Zuhause aussehen? Wo soll es sein? Wie lange wollen wir da wohnen bleiben? Was ist mit dem n&#xE4;chsten Job? Wo? Was? Wieviel?&#13;
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Gleichzeitig wollen wir aber uns nicht sofort wieder vom Alltag vereinnahmen lassen. Auf meinem Laptop warten mehr als 8000 Fotos darauf, sortiert und katalogisiert zu werden, und mit der Durchsicht durch alles Erlebte kommen immer wieder Erinnerungen und Gedanken hoch, die wir auch hier nochmal festhalten wollen. Wir sind hier noch lange nicht fertig.&#13;
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Aber wir wollen uns auch bedanken, bei allen die uns auf unserer Reise mit diesem Blog begleitet haben, allen die uns auf diversen Wegen haben wissen lassen, dass sie hier mitlesen und mitgespannt sind, wie es weitergeht. Das Feedback hat uns auch immer wieder motiviert weiter zu machen und auch regelm&#xE4;&#xDF;ig etwas zu posten.&#13;
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Also, auch wenn die Reise vorbei ist, verbleibe ich so, wie ich mit allen Bekanntschaften w&#xE4;hrend der Reise verblieben bin: Bis zum n&#xE4;chsten Mal!</description><guid>https://no-fly-zone.de/post/182</guid><pubDate>Mon, 30 Mar 2020 09:03:06 GMT</pubDate><dc:creator>Hendrick</dc:creator><category>thoughts</category></item><item><title>Ende einer Reise!</title><link>https://no-fly-zone.de/post/181-ende-einer-reise</link><description>Am Ende wurde es d&#xFC;nn f&#xFC;r uns in Spanien. Binnen einer Woche sollten endg&#xFC;ltig alle Hotels, Pensionen etc. schlie&#xDF;en und alle Reisenden das Land verlassen. Daneben sowieso schon seit einer Woche Ausgangssperre. Da war dann nicht mehr viel Bewegungs- oder Entscheidungsfreiraum f&#xFC;r uns und die Reise, stattdessen die glasklare Frage, wie wir schnell nach Hause kommen. Es wurde eine irrwitzige Odyssee. Es hat ewig gedauert. Es war teuer und jeder Schritt unglaublich kompliziert aber hey: Am Ende hat es geklappt, wir sind zur&#xFC;ck in Deutschland. In L&#xFC;neburg. &#13;
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Doch von vorn: &#13;
Unser Flug ging tagsdrauf um 13.15 Uhr von Santiago de Compostela nach Frankfurt am Main. Theoretisch. Tickets hatten wir. Trotzdem war uns klar, dass wir damit rechnen mussten, dass der Flug jederzeit gestrichen werden konnte. Doch solange das nicht der Fall war, machten wir uns auf den Weg. Mit dem Rad zum Flughafen h&#xE4;tten wir es nur geschafft, wenn wir morgens im Dunkeln losgefahren w&#xE4;ren. Darauf wollten wir gerne verzichten. Der erste Bus fuhr gegen 11.30 Uhr. Zu sp&#xE4;t f&#xFC;r unseren Flug. Wir h&#xE4;tten auch gern das Taxi genommen aber der Mensch an der Hotline konnte nur Spanisch und unser Spanisch war zu rudiment&#xE4;r, um zwei Grossraumtaxis f&#xFC;r zwei Tourist*innen und zwei R&#xE4;der zu bestellen. Tja, wie also zum l&#xE4;cherliche 50 km entfernten Flughafen kommen? Wir schrieben dem Busunternehmen (Googletranslate sei Dank!). Das empfahl uns den Bus am Vorabend, der w&#xFC;rde auch R&#xE4;der mitnehmen. Das w&#xFC;rde bedeuten, dass wir eine Nacht am Flughafen verbringen w&#xFC;rden. Wir buchten ein g&#xFC;nstiges Hotelzimmer in Flughafenn&#xE4;he, packten alles fix zusammen und machten uns auf zur Bushaltestelle. Als der nigelnagelneue und komplett leere Bus vorfuhr, sch&#xFC;ttelte der Busfahrer sofort den Kopf, als er unsere R&#xE4;der sah und erkl&#xE4;rte uns wortgewaltig, warum er die nicht mitnehmen k&#xF6;nne. Wir verstanden nur irgendwas von Corona und Sanit&#xE4;r. Wahrscheinlich fiel uns dem Moment alles aus dem Gesicht. Ich f&#xFC;hlte mich jedenfalls so und mein Kopf schwankte zwischen: Nicht dein Ernst!, Wie sollen wir dann zum verdammten Flughafen kommen? und: Ich bleib hier solange stehen, bis wir doch mitd&#xFC;rfen. Und tats&#xE4;chlich durften wir nach einer Weile sturen Stehens und verwirrten Starrens samt R&#xE4;der einsteigen. Auf der Fahrt zum Flughafen sagte uns dann das Hotel wegen Corona ab. Nagut dachten wir, dann pennen wir eben aufm Flughafen. Am Flughafen liefen wir dann aber direkt Security und Polizei in die Arme, die meinten, ihr k&#xF6;nnt hier wegen Corona nicht schlafen, ihr m&#xFC;sst euch ein Hotel organisieren. Joar, dachten wir, so langsam wirds richtig absurd. Also telefonierten wir noch mal s&#xE4;mtliche Hotels in der N&#xE4;he ab. Tats&#xE4;chlich ging auch fast &#xFC;berall jemand ran aber alle sagten uns das Gleiche: Wegen Corona momentan geschlossen. Am Ende durften wir doch auf dem Flughafen pennen, auch wenn wir gegen vier Uhr nochmal daran erinnert wurden, dass das eigentlich nicht ok ist. &#13;
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Den ganzen n&#xE4;chsten Vormittag beobachteten wir die Anzeigetafeln, s&#xE4;mtliche Fl&#xFC;ge waren gestrichen. Unser zum Gl&#xFC;ck nicht. Bis zum Abflug suchten wir fieberhaft nach M&#xF6;glichkeiten, wie wir unsere Fahrr&#xE4;der wohl in den Flieger oder irgendwie nach Hause kriegen k&#xF6;nnten. Denn: Am Flughafen war wegen Corona alles geschlossen bis auf den Support f&#xFC;r Rollstuhlfahrer*innen und zwei Airlineschalter. Uns war klar, dass wir keinen Karton f&#xFC;r unsere R&#xE4;der auftreiben konnten, obwohl es im Internet hie&#xDF;, R&#xE4;der k&#xF6;nnten am Flughafen easy verpackt werden. Nur: Ohne Karton oder Tasche d&#xFC;rfen R&#xE4;der offiziell nicht transportiert werden. Wir hatten aber weder Lust die teuren Flugtickets verstreichen zu lassen, noch unsere R&#xE4;der in Santiago zur&#xFC;ck zu lassen. Was tun? Dank einer sehr besonnenen und kulanten Lady am Airlineschalter durften die R&#xE4;der am Ende ganz ausnahmsweise unverpackt mit in den Flieger. Wir waren total erleichtert. &#13;
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In Frankfurt am Main waren wir dann aus diversen Gr&#xFC;nden binnen kurzer Zeit total verwirrt und k.O. Zum Beispiel konnten wir einfach so &#xFC;berall durchmarschieren. Keiner wollte wissen, ob wir gerade aus einem Risikogebiet kommen. Bei niemandem wurde Fieber gemessen. Dann war es an den Gep&#xE4;ckb&#xE4;ndern total voll, so dass man den 1-2 Meter Abstand direkt vergessen konnte. Und ausserdem waren wir mittlerweile 20 h unterwegs und hatten kaum etwas gegessen und auch nicht besonders viel geschlafen. &#13;
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Im Zug von Frankfurt nach L&#xFC;neburg sa&#xDF;en dann in unserem Wagon vier M&#xE4;nner, die sich bald als Schwarzfahrer entpuppten. Dann hiess es, die M&#xE4;nner h&#xE4;tten obendrein auch noch alle Fieber gehabt. Corona? Die Polizei r&#xFC;ckte an, um von allen im Wagon die Kontaktdaten aufzunehmen (um ggf. die Infektionskette nachverfolgen zu k&#xF6;nnen) und obendrein den Wagon zu evakuieren. Mir erschien mittlerweile durch Corona alles als total ballaballa und ich wollte einfach nur noch irgendwo ankommen. Dann, nach 26 h lief der Zug in good old L&#xFC;neburg ein und es warteten sogar zwei Freunde ultralieb in der K&#xE4;lte am Bahnhof auf uns, um uns aus sicherem Abstand willkommen zu heissen. Und weiter gings in Hendricks altes B&#xFC;ro, wo uns sein alter Chef ebenfalls sehr lieb mit Snacks, Gin und Klopapier begr&#xFC;&#xDF;te. Und da sind wir jetzt seit drei Tagen. Andere machen gerade Home-Office, wir l e b e n im Office-Home!&#13;
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Es ist der helle Wahnsinn wieviel Hilfsbereitschaft und (virtuelle) Wiedersehensfreude uns von Familie und Freund*innen entgegenschl&#xE4;gt. Und tats&#xE4;chlich sind wir in dieser Ausnahmesituation auf Support und Kulanz anderer angewiesen. Ich bin sehr sehr dankbar f&#xFC;r die angebotene Hilfe und bin baff von den tollen Leuten um uns herum. Dadurch k&#xF6;nnen wir erstmal hier im B&#xFC;ro unterkommen, haben quasi eine Wohnung mit abnorm vielen Bildschirmen und Schreibtischen ganz f&#xFC;r uns. Wir d&#xFC;rfen unsere Post zu einer Freundin leiten, Winterklamotten von einer anderen leihen, kriegen Reparaturzeugs f&#xFC;r die R&#xE4;der und Unterlagen f&#xFC;rs Arbeitsamt von Papo geschickt und Couches, G&#xE4;stezimmer und ganze Wohnungen von Freund*innen angeboten, genauso wie W&#xE4;sche- und Einkaufsservice. Ich sag ja, es ist der helle Wahnsinn! Und dann sind da noch die vielen sch&#xF6;nen Kontakte &#xFC;ber Skype und Telefon. Unsere Handys stehen nicht still, wir fr&#xFC;hst&#xFC;cken virtuell mit Familie in Rostock, Berlin und Australien. Wir essen virtuelles Abendbrot mit Freund*innen in Berlin, L&#xFC;neburg und Leipzig. Wir telefonieren mit ganz euphorischen Omas, die sich so derma&#xDF;en dar&#xFC;ber freuen, dass wir heil zur&#xFC;ck sind, dass sie halb ins Telefon kreischen und sich ihre Stimme juchzend &#xFC;berschl&#xE4;gt.&#13;
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Es f&#xFC;hlt sich aber auch eigenartig an pl&#xF6;tzlich aus der Reise gerissen zu sein, keine Freund*innen und Familie pers&#xF6;nlich dr&#xFC;cken zu k&#xF6;nnen, uns in dieser massiven Unsicherheit und Kontaktsperre schwerlich eine eigene Wohnung organisieren zu k&#xF6;nnen, geschweige denn einen Job. Es f&#xFC;hlt sich eigenartig an nach Hause zu kommen und sich auch hier wieder verschanzen zu m&#xFC;ssen. Wir wollen erstmal ein paar Tage abwarten, ob wir uns auf der Heimreise was eingefangen haben. Wir versuchen besonnen zu bleiben, lernen weiter Spanisch und lesen die Nachrichten. Aber dieses Nichtstun in eine ungewisse Zukunft hinein, dieses Warten hinter Gardinen auf eine eventuelle Apokalypse des Gesundheitssystem und der Wirtschaft macht auch fertig. Und macht mir wilde Stimmungsschwankungen. Ich bin sicher, so geht es gerade ungef&#xE4;hr allen. Ich will mich hier in keinster Weise beschweren, wir haben es irre gut getroffen. Ich wollte euch nur an unserer Heimreise und Ankunft teilhaben lassen und vielleicht auch ein bisschen Solidarit&#xE4;t und Gemeinschaftssinn ausstrahlen, wo wir da alle gerad gemeinsam drinh&#xE4;ngen. Keine Ahnung, was mit uns zweien wird. Ideen hatten wir viele, Hummeln im Po haben wir auch aber jetzt ist erstmal Corona dran. Ich hoffe sehr, dass wir es alle gemeinsam hinkriegen, die Infektionskurve abzuflachen. Passt alle gut auf euch auf und bleibt gesund.&#13;
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</description><guid>https://no-fly-zone.de/post/181</guid><pubDate>Mon, 23 Mar 2020 20:03:14 GMT</pubDate><dc:creator>Judith</dc:creator><enclosure url="https://no-fly-zone.de/asset/post/s/sm/id/181/f/1ae4ba46e3adaa4c.jpg" type="image/jpeg" length="124257"/></item><item><title>Ende einer Reise?!</title><link>https://no-fly-zone.de/post/180-ende-einer-reise</link><description>Die letzten Tage waren weltweit verr&#xFC;ckt. Das k&#xF6;nnt ihr sicher alle best&#xE4;tigen. Corona h&#xE4;lt gerade den Globus in Atem und wir sind auch irgendwo dazwischen. N&#xE4;mlich seit 5 Tagen in Staatsquarant&#xE4;ne in Spanien. Genauer gesagt Galizien. Haargenau haben wir die weltweiten Nachrichten zu Corona verfolgt. Eng mit Familie und Freund*innen  Kontakt gehalten. Statistiken beobachtet und uns versucht mit Corona-Witzen, -Gifs und -tweets bei Laune zu halten. Stufenweise haben wir unsere Pl&#xE4;ne zur&#xFC;ckgeschraubt und unsere Bewegungsm&#xF6;glichkeiten dahinschwinden sehen.&#13;
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Seit Sonntag ist es in Spanien nur noch erlaubt das Haus zum Einkaufen, Gassigehen und bei Notf&#xE4;llen zu verlassen. Wir sind in einem Hostel untergekommen, in dem wir die einzigen G&#xE4;ste sind. Wir haben Gl&#xFC;ck, denn es gibt auch eine K&#xFC;che und wir d&#xFC;rfen solange bleiben wie wir wollen. Leider ist der Supermarkt direkt um die Ecke, so dass unser legaler Bewegungsradius ziemlich klein ausf&#xE4;llt. Und dorthin d&#xFC;rfen wir auch nur einzeln. Gestern wurde in Santiago de Compostela der erste Jogger von der Polizei aufgegriffen, weil er sich nicht an die Ausgangssperre gehalten hat. Zwischen 300 und 30.000 Eur kann sowas kosten. Wir haben schon &#xFC;berlegt nen Hund zu klauen, dann d&#xFC;rften wir weiter als bis zum Supermarkt. &#13;
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Erst dachten wir noch, naja, machen wir halt die 15 Tage Staatsquarant&#xE4;ne mit und radeln dann weiter. Inzwischen wissen wir, dass das sehr naiv war. Die Zahl der Infizierten und Toten nicht nur in Spanien steigt weiter und zwar rasant und wird es wohl in den kommenden Wochen noch weiter tun. Mehrere Staaten haben ihre Grenzen geschlossen. Der Bahn-, Bus- und Flugverkehr ist extrem eingeschr&#xE4;nkt und dann rief auch noch Heiko Maas die Deutschen im Ausland zur Heimkehr auf. Wir haben uns vorgestellt, wie er mit halbaufgekn&#xF6;pftem Hemd wie ein Superheld mit seinem Helikopter vorbeigeflogen kommt und uns im Vorbeifliegen einsammelt. Naja. Iwie ist er noch nicht aufgekreuzt. In der Zwischenzeit haben wir selbst einen Heimflug gebucht. Bekommen haben wir zun&#xE4;chst 2 Flugtickets aber nur einen Sitz. Sp&#xE4;ter kam die Absage. Wer h&#xE4;tte gedacht, dass die Heimkehr unsere gr&#xF6;&#xDF;te Herausforderung auf der Reise wird? Auf den Websites der Airlines wird noch einiges angeboten aber viele Fl&#xFC;ge sind l&#xE4;ngst gestrichen oder fliegen &#xFC;ber Infektionsherde wie Madrid oder irre Umwege, wie z.B. Moskau oder Budapest f&#xFC;r irre Preise. Und dann ist da noch die Frage: wie kommen wir &#xFC;berhaupt zum Flughafen? Mit dem Fahrrad br&#xE4;uchten wir 3-4 Stunden. Wenn der Flug vormittags geht, m&#xFC;ssten wir nachts losstrampeln. Der &#xF6;ffentliche Bus f&#xE4;hrt nur einmal mittags und abends, damit sind alle Vormittagsfl&#xFC;ge ebenfalls unerreichbar bzw. erfordern ne Nacht aufm Flughafen. Dann gibt's da noch Taxis. Da br&#xE4;uchten wir zwei Gro&#xDF;raumtaxis, da wir noch Fahrr&#xE4;der haben und die aktuellen Bestimmungen nur einen Gast pro Fahrt zulassen. Alles, was bisher so leicht ging, wird pl&#xF6;tzlich kompliziert. Und selbst wenn wir mit einem der Fl&#xFC;ge mitkommen, bleibt immer noch die Frage wohin dann in Deutschland? Dorthin, wo wir ein Risiko f&#xFC;r Gro&#xDF;eltern, Eltern und &#xE4;ltere oder immungeschw&#xE4;chte Verwandte und Freunde*innen sind? Dorthin, wo Freund*innen gerade ihre G&#xE4;stezimmer als Home-Office brauchen oder wir Leute anstecken k&#xF6;nnten, die als Eltern, Pfleger*innen von Angeh&#xF6;rigen, in Krankenh&#xE4;usern, in Pfegeineinrichtungen oder bei der Polizei gebraucht werden?&#13;
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Und dann k&#xF6;nnten wir unser Arbeitslosengeld langsam doch Mal ganz gut gebrauchen. Aber daf&#xFC;r br&#xE4;uchten wir unsere Unterlagen. Die sind bei meinem Vater und der geh&#xF6;rt streng genommen zur Risikogruppe. Ja. Corona l&#xE4;sst jeden Aspekt, jede Entscheidung gerad in einem v&#xF6;llig anderen Licht erscheinen. Es hat sicher auch sein Gutes. So engen virtuellen Kontakt zu Freund*innen und Familie hatte ich schon lange nicht mehr. Soviel gelesen habe ich auch schon lange nicht und soviel Zeit, um &#xFC;bers letzte Jahr nachzudenken und was das f&#xFC;r die Zukunft bedeuten k&#xF6;nnte, ebenfalls nicht. Ich bin gespannt, was die n&#xE4;chsten Tage und Wochen und Monate bringen. Nicht nur f&#xFC;r uns, Familie und Freund*innen, sondern auch f&#xFC;r s&#xE4;mtliche Staaten, ihre Wirtschaft, ihre Gesundheitssysteme, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und Frieden. &#13;
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Gr&#xFC;&#xDF;e aus dem spanischen Off, evtl. kommen wir morgen schon heim, aber das glaube ich erst, wenn wir im Flieger sitzen. Tickets haben wir schon Mal. Diesmal auch f&#xFC;r zwei Sitze. &#13;
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Passt alle auf euch auf!</description><guid>https://no-fly-zone.de/post/180</guid><pubDate>Thu, 19 Mar 2020 17:03:26 GMT</pubDate><dc:creator>Judith</dc:creator><enclosure url="https://no-fly-zone.de/asset/post/s/sm/id/180/f/3e5beb3144894af6.jpg" type="image/jpeg" length="146900"/></item><item><title>Radwandern in Zeiten von Pilgertourismus und Corona</title><link>https://no-fly-zone.de/post/179-radwandern-in-zeiten-von-pilgertourismus-und-coron</link><description>Eigenartig f&#xFC;hlt es sich an gerade unterwegs zu sein. Ein paar einerseits und andererseits dazu: &#13;
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Einerseits ist es wundersch&#xF6;n: Die meiste Zeit ist der Himmel stinkeblau. Die Sonne scheint. &#xDC;berall bl&#xFC;hen riesige wei&#xDF;e Kalla, am Stra&#xDF;enrand, in den D&#xFC;nen, im Wald. Es bl&#xFC;ht eine wilde Mischung aus Raps und Kohl, Ringelblumen und Obstb&#xE4;umen, B&#xE4;rlauch und Spitzwegerich. Die Orangen- und Zitronemb&#xE4;ume sind voller Fr&#xFC;chte und die St&#xF6;rche kommen gerade. &#13;
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Andererseits ist es f&#xFC;r unsere Platt&#xE4;rsche und Gummibeine ein Bootcamp sondergleichen. Wir hecheln und japsen durch die Landschaft, schlafen t&#xE4;glich 9 Stunden und essen wie die Scheunendrescher. Wir wundern uns was an uns alles Muskelkater haben kann und h&#xE4;ngen schon bei Kilometer 35 wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Wir sind auch Mal den Tr&#xE4;nen nah oder fluchen vor uns hin, strampeln zerknirscht und w&#xFC;rden das Rad am liebsten in die n&#xE4;chstbeste Ecke pfeffern. &#13;
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Einerseits treffen wir in den Herbergen auf eine ebenso platte aber auch gutgelaunte Pilgermeute, freuen uns &#xFC;ber die neuen Stempel in unserem Pilgerausweis und dar&#xFC;ber, wenn es wie Samt und Seide geschmeidig rollt und wir mit einer gewissen Leichtigkeit die 60 km am Tag vollmachen. Der Weg f&#xFC;hrt uns durch die hinterletzten G&#xE4;sschen, wo wir anders nie hingekommen w&#xE4;ren. &#13;
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Andererseits entspannt sich um den Jakobsweg und das Pilgern darauf eine ganze Industrie. Von Herbergen, die sich gegenseitig Konkurrenz machen, &#xFC;ber Armb&#xE4;nder, Ohrringe und Schnapsgl&#xE4;sern mit Jakobsmuschel drauf, bis hin zu Apotheken und Massagesalons, die ihr Angebot auf die Fu&#xDF;- und Knie-, Nacken- und R&#xFC;ckenbeschwerden der Pilger*innen abstimmen. Wir sind in das alles eher reingestolpert. Und f&#xFC;r mich f&#xFC;hlt sich diese Industrie fast genauso weird an wie das Pilgern selbst. Wir sind gerade in Santiago de Compostela angekommen, dem Pilgerziel schlechthin. Hier werden Christ*innen schon seit Jahrhunderten ihre S&#xFC;nden vergeben. Aber was, wenn ich finde, dass ich gar nichts verbrochen habe? Oder ich an den Gott, der hier sein Vergebungsbusiness betreibt, nicht glaube? Es hei&#xDF;t, die s&#xE4;kularen Pilger*innen k&#xF6;nnen sich einfach ein Zertifikat abholen, quasi eine Urkunde daf&#xFC;r, dass sie so weit gelaufen sind. Irgendwie ist die Idee dahinter ja auch sch&#xF6;n. In sich zu gehen, runterzukommen, Schmerzen auszuhalten etc. Und genau da machen wir mit und sind genau wie alle anderen Pilger*innen auch. Die &#xFC;brigens von &#xFC;berall herkommen. Aus S&#xFC;dkorea, Kanada, Indonesien, Italien, S&#xFC;dafrika, Frankreich, Brasilien, Deutschland etc. &#13;
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Und dann ist da noch Corona. Spanien werde wom&#xF6;glich das n&#xE4;chste Italien. Eventuell werden demn&#xE4;chst auch hier ganze Gebiete abgeriegelt. Bisher besonders stark betroffen ist das Baskenland. Dort, wo wir in ein paar Wochen durchfahren wollen. Ist es bis dahin alles abgeklungen oder noch viel schlimmer? Auch der Umstand, dass wir z.T. in 40 Personenschlafs&#xE4;len pennen, f&#xFC;hlt sich gerade nicht besonders gut an. Tags&#xFC;ber befinden wir uns in unserer meditativen Strampelblase und abends brechen dann die immer drastischeren Nachrichten &#xFC;ber Corona herein. Ist es alles nur Hysterie? Alles nur Hype? Dr&#xFC;berstehen oder ernstnehmen? Und wenn letzteres, was soll das eigentlich konkret hei&#xDF;en? Wir haben kein Zuhause, in das wir uns zur&#xFC;ckziehen k&#xF6;nnen, falls wir uns anstecken. Alles abbrechen und nach Deutschland kommen? Die Schnellz&#xFC;ge in Spanien und Frankreich nehmen angeblich keine R&#xE4;der mit. Viele Fl&#xFC;ge sind gestrichen und Flugh&#xE4;fen und Bahnh&#xF6;fe au&#xDF;erdem potentielle Verbreitungshubs. Sollen wir lieber auf Zelten umsteigen? &#13;
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Fragen &#xFC;ber Fragen. Wir haben hier erstmal beschlossen einfach weiterzumachen und es zu genie&#xDF;en, aber auch gro&#xDF;e Unterk&#xFC;nfte zu vermeiden und die Nachrichten weiter zu verfolgen.</description><guid>https://no-fly-zone.de/post/179</guid><pubDate>Fri, 13 Mar 2020 10:03:04 GMT</pubDate><dc:creator>Judith</dc:creator><enclosure url="https://no-fly-zone.de/asset/post/s/sm/id/179/f/a618bf92b25b92de.jpg" type="image/jpeg" length="225853"/><category>bike</category></item><item><title>Erste Etappe: Portugal</title><link>https://no-fly-zone.de/post/178-erste-etappe-portugal</link><description>Die ersten drei Tage und die ersten 150 Kilometer liegen hinter uns, Spanien daf&#xFC;r vor uns. Die letzten drei Tage hatten wir Zeit, uns auf unseren neuen Alltag im Fahrradsattel einzustellen. Erstes Urteil: Es gibt noch viel zu justieren, Portugal ist sehr sch&#xF6;n, und Kopfsteinpflaster nervt.&#13;
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Wir sind auf dem Weg Richtung Norden, nach Santiago de Compostela. F&#xFC;r den portugiesische Teil des Jakobswegs gibt es zwei Varianten: Der Hauptweg schl&#xE4;ngelt sich einige Kilometer hinter der K&#xFC;ste durch die h&#xFC;gelige Landschaft, die Alternative ist der Caminho Portugu&#xEA;s da Costa, der auf teils sehr neuen Wegen direkt an der Atlantikk&#xFC;ste verl&#xE4;uft. W&#xE4;hrend wir am ersten Tag noch aufgrund der recht starken Gegenwinde uns entschieden haben, doch dem Weg im Landesinneren zu folgen, haben wir uns am zweiten Tag doch schnell davon verabschiedet. Direkt zu Anfang unserer Tour gr&#xF6;&#xDF;ere Bergetappen wollten wir vermeiden, auch wenn die Abfahrt am Flusstal entlang zur&#xFC;ck zur K&#xFC;ste am dritten Tag doch viel Spa&#xDF; gemacht hat. Jetzt sind wir in Caminha angekommen, am nordwestlichsten Ende von Portugal. Dr&#xFC;ben auf der anderen Flussseite liegt schon Spanien, dass wir morgen per Wassertaxi erreichen werden.&#13;
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Untergebracht waren wir bisher in Pilgerherbergen. Die Beliebtheit des Jakobswegs hat dazu gef&#xFC;hrt, dass eine regelrechte Infrastruktur entstanden ist, und gro&#xDF;e Herbergen wir im Kloster von Vair&#xE3;o oder kleine famili&#xE4;re private Unterk&#xFC;nfte wie die Casa da Fernanda allen Pilgern g&#xFC;nstig Unterkunft bieten. Einzige Bedingung: Man muss im Pilgerpass sich t&#xE4;glich zwei Stempel von Caf&#xE9;s, Kirchen, Herbergen oder &#xE4;hnlichem geben lassen, die bezeugen, dass man auch tats&#xE4;chlich pilgert. Eine kleine Ausnahme gibt es heute: Aufgrund diverser Schmerzen an verschiedenen K&#xF6;rperteilen, und aufgrund des vorhergesagten Nieselwetters, haben wir uns entschieden, heute einen Pausentag einzulegen. So mit richtigem Bett im kleinen Hotel am Platz. Man muss ja nicht gleich &#xFC;bertreiben.</description><guid>https://no-fly-zone.de/post/178</guid><pubDate>Sun, 08 Mar 2020 18:03:02 GMT</pubDate><dc:creator>Hendrick</dc:creator><enclosure url="https://no-fly-zone.de/asset/post/s/sm/id/178/f/2a9e547ec75f88e5.jpg" type="image/jpeg" length="176689"/><category>bike,countryside</category></item><item><title>Ein bisschen bekloppt sind wir schon</title><link>https://no-fly-zone.de/post/177-ein-bisschen-bekloppt-sind-wir-schon</link><description>Ein bisschen bekloppt sind wir schon, soviel steht fest. Als wir in Brisbane wegen Corona kurzerhand unsere Reisepl&#xE4;ne komplett &#xE4;ndern mussten, h&#xF6;rte sich die Idee von Portugal nach Hause zu radeln so sch&#xF6;n abenteuerlich an. Jetzt, bei 10-14 Grad vor Ort und sehr konkreten 2500 km vor der Nase denke ich mir: Alter Schwede, sind wir denn jetzt total durchgeknallt? &#13;
Und dann war da noch das kleine Problem mit der Ausr&#xFC;stung. Meine allererste romantische Idee musste ich sehr schnell als ultranaiv und unhaltbar in die Tonne kloppen: 2500 km, zumal noch &#xFC;ber die Pyren&#xE4;en, mit Klappr&#xE4;dern vom Baumarkt zu fahren, ist echt kein Spa&#xDF;. Das machten uns auch sehr schnell die Tipps von Tim und Frauke klar, die gerade einmal durch Neuseeland strampeln. Gut, n&#xE4;chster Ansatz, wir marschieren einfach in 1-2-3 gro&#xDF;e Radl&#xE4;den in Porto vergleichen das Angebot, suchen uns zwei R&#xE4;der aus, kriegen das n&#xF6;tige Zubeh&#xF6;r inklusive und Zack kann's losgehen. Joar. Was soll ich sagen, die Wirklichkeit sah anders aus. Zuerst einmal konnten wir uns die gro&#xDF;en Radl&#xE4;den gleich Mal in die Haare schmieren. Was wir fanden, waren ein paar &#xFC;ber die Stadt versprenkelte kleine L&#xE4;dchen mit jeweils ungef&#xE4;hr 10 Fahrr&#xE4;dern. Als wir die ersten vier abgelatscht waren, hatten wir drei Sachen verstanden: &#xD6;ffnungszeiten bedeuten gar nichts, die Mittagspause in Porto dauert zwei Stunden und: So w&#xFC;rden wir niemals f&#xFC;ndig werden. Es sei denn, wir wollten mit nem chicen Hollandrad oder fancy Vintagebike los. Unsere Gastgeberin meinte dann auch: Porto sei absolut keine Fahrradstadt. Viel zu bergig, enge Stra&#xDF;en, crazy Verkehr. Unser Plan kam etwas ins wanken, unsere Laune bekam en D&#xE4;mpfer. N&#xE4;chster Ansatz: Auf zu Decathlon. Bei der ersten Filiale standen ca. 10 fette vollverfederte Mountainbikes. Wieder nix f&#xFC;r uns. Uns gingen langsam die Ideen aus. In der zweiten Filiale fiel die Fahrradabteilung zu unserer gro&#xDF;en Erleichterung deutlich gr&#xF6;&#xDF;er und vielseitiger aus und dort wurden wir e-n-d-l-i-c-h f&#xFC;ndig. Juchhuu! W&#xE4;hrend andere gerade Spaghetti und Dosenfleisch hamstern, sausten wir durch die G&#xE4;nge und h&#xE4;uften Berge an Equipment an. Wir haben versucht, uns auf das n&#xF6;tige zu beschr&#xE4;nken aber da wir nat&#xFC;rlich bisher absolut nix zum Radfahren dabei hatten, wurde es doch ne ziemliche Shoppingorgie. Klingel, Gep&#xE4;cktr&#xE4;ger, Helm, Flickzeug... Gleichzeitig haben wir unser Gep&#xE4;ck nochmal reduziert. Jetzt haben wir alles zusammen bzw. uns erfolgreich von Zeug getrennt und heute soll's losgehen. Langsam wollen wir's angehen lassen f&#xFC;r unsere lahmen &#xC4;rsche und Beine, die ein Jahr lang nicht geradelt sind. Nebel und Niesel von gestern haben sich verzogen, wir w&#xE4;ren soweit. Aufgeregte freudige Gr&#xFC;&#xDF;e von uns zwei Bekloppten.</description><guid>https://no-fly-zone.de/post/177</guid><pubDate>Thu, 05 Mar 2020 09:03:52 GMT</pubDate><dc:creator>Judith</dc:creator><enclosure url="https://no-fly-zone.de/asset/post/s/sm/id/177/f/e69db02c214345ba.jpg" type="image/jpeg" length="181024"/><category>bike</category></item><item><title>Back on tile one</title><link>https://no-fly-zone.de/post/176-back-on-tile-one</link><description>Alright, the jetlag finally has subsided. Where are ready again, to journey on. We had to cope with, and probably continue to have to, being thrown into a new setting, both in locality as well as in travel mode. Trying not fly has shaped our journey the past year, and we thoroughly enjoyed the path that opened us. Not flying limits your options considerably as soon as the question comes up: What next? So suddenly we sit in an Airbnb apartment in Porto, feeling jetlagged, and like cheaters on our own principles, and with a strong sense that our journey ended right there in Brisbane airport. So now, a new adventure awaits.&#13;
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Porto was picked for two reasons: First, we wanted to do something we hadn't done before, and cycling home through Europe was something some of us always wanted to do (guess who), and our travelling friends Frauke and Tim refreshed that idea. Cycling along the Way of St James, or Jakobsweg in german, seemed like a good thing to do. And secondly: Porto is really, really beautiful. &#13;
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Situated on the north bank of the Douro River, the old town drops down considerably to the river bank, and so gives way to stunning views of medieval city, the likes probably only Europe can supply. The second largest city in Portugal, it is increasingly popular with tourists, and rightly so. One thing Porto is know for is the habit of tiling the exterior of buildings, from residential houses up to grand cathedrals. Another thing: Great food. Portugal hasn't been streamlined with big brand cafes and restaurants yet, so the culture of cheap places to sit in the early spring sun, enjoy a good coffee, and eat some Pasteis de Nata is everywhere. Combined with artsy happenings, shops, cafes, we thoroughly enjoyed our days here. Even the ones we didn't actually want to be here.&#13;
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That's because the one thing Porto isn't apparently made for, is bicycles. Our plan to walk into the next big store, pick two nice bikes and get going was more easily said than done. So, we were stuck a few days longer than planned, but, then again, there a definitely worse places to be stuck in.</description><guid>https://no-fly-zone.de/post/176</guid><pubDate>Wed, 04 Mar 2020 13:03:35 GMT</pubDate><dc:creator>Hendrick</dc:creator><enclosure url="https://no-fly-zone.de/asset/post/s/sm/id/176/f/6537416eaa5247ff.jpg" type="image/jpeg" length="144156"/><category>city</category></item><item><title>Die Angst geht um</title><link>https://no-fly-zone.de/post/174-die-angst-geht-um</link><description>Wohin steuert die Welt in den kommenden Jahrzehnten? Stichwort Klimawandel. Stichwort Brexit und EU. Stichwort China. Stichwort Aufr&#xFC;stung. Stichwort anhaltende Kriege in Syrien, Jemen etc. Stichwort Terrorismus. Stichwort Trump. Etc. Immer Mal wieder kreuzten diese Themen entlang unserer Reise auf. In Gespr&#xE4;chen mit Familie und Freund*innen Zuhause, mit anderen Reisenden und Locals unterwegs. In Australien aber schien mir die Angst am st&#xE4;rksten sp&#xFC;rbar. Vielleicht liegt es daran, dass viele Aussies ziemlich aufgeschlossen r&#xFC;berkommen und man schneller mit Locals ins Gespr&#xE4;ch kommt. Schneller und h&#xE4;ufiger als in keinem anderen Land auf unserer Reise. Vllt liegt's vor allem daran,  dass hier flie&#xDF;end Englisch gesprochen wird, man sich also leicht austauschen kann und sich Australien und europ&#xE4;ische L&#xE4;nder als Teil des "Westens" kulturell n&#xE4;her sind, was ebenfalls den Kontakt erleichtert. Vllt liegt's auch an der gestiegenen Sensibilit&#xE4;t nach den krassen Buschfeuern und die Wut auf ein Staatsoberhaupt, das hart vermieden hat irgendeine Verbindung zwischen Buschfeuern und Klimawandel zu ziehen. Oder am hohen Wohlstands- und Bildungslevel, das die Zeit und Kapazit&#xE4;t freimacht, um sich globale Zukunftssorgen zu machen. &#13;
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Die Buschfeuer waren, wenn ich jetzt nochmal dr&#xFC;ber nachdenke, oft der Ausgangspunkt f&#xFC;r Locals, um v.a. den Klimawandel anzusprechen, die eigene Angst zu thematisieren, die eigene Ohnmacht zu zeigen oder auch lauthals anzuklagen und klarzustellen, dass man in einer konsumgetriebenen ignoranten Welt der oder die einzige ist, die den Ernst der Lage erkannt hat. &#13;
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Aber was entgegnen, wenn es hei&#xDF;t, der dritte Weltkrieg k&#xE4;me definitiv innerhalb der n&#xE4;chsten 50 Jahre. Wenn es hei&#xDF;t, China w&#xFC;rde bald die Weltmacht &#xFC;bernehmen und dabei sicher einen guten Job machen. Wenn es hei&#xDF;t, ein Freund h&#xE4;tte angesichts anhaltender Zukunfts&#xE4;ngste einen mental breakdown. Wenn es hei&#xDF;t, Trump und Johnson w&#xE4;ren ein Segen f&#xFC;r die USA bzw. UK und Raketentechnik w&#xE4;re die einzige L&#xF6;sung gegen den Klimawandel??!&#13;
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Ein Backpacker glaubt, die Menschheit h&#xE4;tte noch f&#xFC;nf gute Jahre, um zu reisen und die Welt zu genie&#xDF;en. Danach w&#xFC;rde es klimawandelbedingt zu starken Konflikten und vielen Toten kommen, bevor sich die Menschheit - stark dezimiert - wieder neu und friedlich ordnen kann. Da man diesen Trend nicht aufhalten k&#xF6;nne, solle jede*r in den verbleibenden 5 Jahren tun, was ihm/ihr gef&#xE4;llt und ggf. noch ein paar praktische &#xDC;berlebenskills lernen. &#13;
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Mich verwirrt das alles sehr. Und ich pendel zwischen hart vom Mansplaining genervt sein, weil es meistens M&#xE4;nner sind, die pl&#xF6;tzlich losargumentieren ohne Punkt und Komma. Manches als haarstr&#xE4;ubende Unwahrheiten beiseitezuschieben oder dr&#xFC;ber zu lachen und mich von anderen Aspekten wiederum betroffen zu f&#xFC;hlen. Was f&#xFC;r ein Potpourri an &#xC4;ngsten kursiert nur gerade durch die Welt und auf welcher rationalen Basis? Corona habe ich da noch gar nicht erw&#xE4;hnt.</description><guid>https://no-fly-zone.de/post/174</guid><pubDate>Sun, 01 Mar 2020 11:03:57 GMT</pubDate><dc:creator>Judith</dc:creator><enclosure url="https://no-fly-zone.de/asset/post/s/sm/id/174/f/c5ab9a4c2643f027.jpg" type="image/jpeg" length="125587"/><category>people</category></item></channel></rss>
